Dienstag 25. April 2017

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01.08.2014
Bundeswettbewerb

TU Ilmenau erhält hohe Förderung

TU Ilmenau
Humboldtbau der Technischen Universität Ilmenau (Foto: TU Ilmenau)

Mit ihrem Projektantrag „BASICPlus“ hat sich die TU Ilmenau im Bund-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ erfolgreich durchgesetzt. Bis zum Jahr 2018 erhält die Universität vom Bundesministerium für Bildung und Forschung eine Förderung in Höhe von 2,7 Millionen Euro. Damit zählt die TU Ilmenau zu den Hochschulen, die im Rahmen des Wettbewerbs die höchsten Fördersummen erhalten haben.

Der Wettbewerb richtete sich an Hochschulen, die Weiterbildungsangebote vor allem an Berufstätige oder Berufsrückkehrer entwickeln, lebenslanges Lernen zum Ziel haben oder beruflich qualifizierten Fachkräften den Weg an die Hochschulen öffnen. „Wir wollen die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung weiter erhöhen“, sagte Bildungsministerin Johanna Wanka. „Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und des hohen Fachkräftebedarfs sind lebenslange Weiterbildung und die Öffnung der Hochschulen für neue Zielgruppen die zeitgemäßen Antworten.“

Mit den Fördermitteln will die TU Ilmenau neue Konzepte der berufsbegleitenden Ingenieuraus- und Weiterbildung für Praktiker entwickeln und erproben. Ziel ist es, die universitäre Aus- und Weiterbildung für weitere Zielgruppen zu öffnen, dabei sind sowohl Ingenieure mit Bachelor- und/oder Masterabschluss als auch Absolventen von Fachhochschulen und Berufsakademien, Meister und Facharbeiter mit und ohne Abitur angesprochen. Für all diese Berufsgruppen sollen aufeinander abgestimmte Lehrmodule konzipiert werden, die einzeln zu einem Weiterbildungszertifikat und in Summe zu einem Bachelor- oder Masterabschluss der TU Ilmenau führen. Zugleich will die Universität spezielle Vorbereitungskurse und auf die Bedürfnisse der Studierenden zugeschnittene Betreuungskonzepte erarbeiten, die sowohl die Betreuung in Lehr- und Forschungseinrichtungen und Praxiswerkstätten vor Ort als auch E-Learning und Lehrveranstaltungen in Unternehmen oder kooperierenden Bildungseinrichtungen vorsehen. „Das alles kostet sehr viel Zeit und Aufwand“, so der Prorektor für Bildung der TU Ilmenau, Professor Jürgen Petzoldt. „Wir freuen uns daher sehr, dass der Bund unser Vorhaben in so großem Umfang fördert. Das zeigt, welch große Bedeutung der Ingenieurausbildung für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland zugemessen wird und ermöglicht uns die Finanzierung der notwendigen Manpower während der Konzipierungs- und Erprobungsphase.“
Langfristig sieht die TU Ilmenau den Anteil von Weiterbildung und lebenslangem Lernen im gesamten akademischen Ausbildungsbereich bei 30 bis 40 Prozent. Aus diesem Grund verfolgt die Universität schon seit mehreren Jahren intensiv die Stärkung dieser nach Lehre und Forschung dritten Säule ihrer Tätigkeit. Im Jahr 2011 wurde das Zentralinstitut für Bildung der TU Ilmenau gegründet, das neben studienbegleitenden Angeboten und Innovationen in der Lehre auch die Angebote rund um das Thema lebenslanges Lernen bündelt, koordiniert und ausbaut. Seit 2012 wird die Universität auf dem Gebiet der Lehre bereits durch den Bund gefördert: Mit dem innovativen Konzept „Basic Engineering School“ (BASIC) hatte sich die TU Ilmenau im Bund-Länder-Wettbewerb zur Erhöhung der Qualität der Lehre erfolgreich durchgesetzt. Noch bis Ende 2016 wird das Modellprojekt, mit dem eine neu gestaltete Studieneingangsphase der ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge erprobt wird, gefördert. Neben einer intensiveren Betreuung und einem interdisziplinär ausgerichteten Studienplan ist die Ausbildung mit fächerübergreifenden objektorientierten Projektarbeiten und deren praktischen Umsetzung in Werkstätten verknüpft. Den Studierenden wird auf diese Weise ein praxisorientierter Einstieg in die Grundlagenfächer und damit ein optimierter Start in das Ingenieurstudium ermöglicht. Zugleich erwerben sie Kompetenzen wie Problemlösungs- und Teamfähigkeit, die für den späteren Ingenieurberuf unabdingbar sind, „Schon jetzt zeigt sich, dass die Teilnehmer sich stärker für ihr Studium begeistern, signifikant bessere Prüfungsergebnisse erzielen und die Zahl der Studienabbrüche niedriger ist“, zieht der Prorektor eine sehr positive Zwischenbilanz.

Das Programm soll deshalb in der Zukunft schrittweise universitätsweit ausgedehnt werden und die guten Erfahrungen nun auch für den Aufbau des Angebotes für beruflich qualifizierte Fachkräfte im Rahmen des neuen Projekts BASICPlus genutzt werden. Ein großer Teil der bereitgestellten Fördermittel fließt daher direkt in die beteiligten Fakultäten, wo die entsprechende Überarbeitung der Lehrangebote und Betreuungsmodelle erfolgt. Ebenfalls sind Mittel für eine wissenschaftliche Begleitforschung und den Ausbau eines Netzwerkes mit Projektpartnern vorgesehen. Dazu gehören bereits Industrieverbände wie der Automobilcluster  Ostdeutschland und die Initiative Erfurter Kreuz als auch Firmen wie Jenoptik, Hochschulpartner wie die Berufsakademie Gera/Eisenach und die FH Erfurt und die IHK Südthüringen.

Damit will die einzige technische Universität Thüringens auch einen weiteren wichtigen Beitrag für die Aus- und Weiterbildung hochqualifizierter Fachkräfte für die Wirtschaft im eigenen Bundesland leisten. Gleichzeitig will sie mit ihren besonderen Angeboten zum lebenslangen Lernen aber auch in ganz Deutschland und vor allem im internationalen Maßstab für Praktiker und Arbeitgeber noch attraktiver werden.