Donnerstag 29. Juni 2017

Secondary menu

16.03.2015
KZ-Gedenkstätte Laura

Prof. Freiberger von der Universität Bamberg überzeugt vom Potential der Gedenkstätte

Grabmal in der KZ-Gedenkstätte Laura
v.li. Dr.Claus Beyerle und Prof. Bert Freyberger am Gedenkstein und am Grabmal des KZ-Überlebenden Hermann van Hasselt, der 2009 in der Gedenkstätte beigesetzt wurde (Foto: Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt)

Außergewöhnlichen Besuch hatte die KZ-Gedenkstätte Laura in Schmiedebach bei Lehesten jetzt wenige Tage vor Beginn der Saison. Der Bamberger Professor für Geschichtsdidaktik, Prof. Dr. Bert Freyberger, besichtigte die Örtlichkeiten, um sich ein Bild von der Anlage und der Gedenkstättenarbeit zu machen. Aufmerksam gemacht worden war er von dem Kronacher Dr. Claus Beyerle, der in den letzten Jahren intensiv bundesweit deutsche KZ-Gedenkstätten erkundet hat und als Begleiter mitgekommen war.

Seit 2008 ist der gebürtige Erlanger Bert Freyberger Inhaber des Lehrstuhls für Geschichtsdidaktik an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg und erkundet seitdem die Möglichkeiten der Erinnerungskultur in Franken. Eines seiner Arbeitsschwerpunkte ist die Gedenkstättendidaktik – und hier war er in Schmiedebach genau richtig.

Erkenntnisse zur lokalen Erinnerungskultur könne man am Ort sehr gut gewinnen, so Freyberger. „Das Thema ist hier jenseits der großen Gedenkstätten sehr zukunftsträchtig dargestellt. Die Gedenkstätte hat nicht die Dimension eines großen Lagers, aber dafür ist umso mehr Logistik für Erinnerungsarbeit vorhanden. Dieser Ort sollte in Zukunft einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt.“

Dazu beitragen könnte der Bamberger Universitätsprofessor sogar selbst, wenn er demnächst möglicherweise mit einer Studentengruppe zum Workshop anreist. „Mir geht es darum, den Studenten exemplarisch zu zeigen, wie das KZ-System und die Erinnerungskultur funktioniert – und dazu ist Laura gut geeignet“, zumal es von Bamberg keine große Entfernung sei und viele seiner Studierenden aus der oberfränkischen Region stammen.

Nach dem Erwerb des Geländes durch den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und der erweiterten und vom Land Thüringen geförderten Umgestaltung der Gedenkstätte ist dort in unmittelbarer Nähe des Landkreises Kronach ein Besucherzentrum entstanden, in dem der aktuelle Wissensstand über das nationalsozialistische System der Konzentrationslager und deren Außenlager nach modernen didaktischen Gesichtspunkten vermittelt wird.

„Es fehlt derzeit noch eine Gesamtdarstellung zum Umgang mit den KZ-Außenlagern.“ In diesem Zuge will der Bamberger Professor die Rezeptionsgeschichte ausgewählter Außenlager des KZ Flossenbürg im Bamberger Einzugsgebiet beleuchten. Zu diesen Forschungen könnte demnächst auch das Außenlager Laura des KZ Buchenwald gehören – das eigentlich auch noch im Einzugsgebiet der Bamberger Universität liegt.

Quelle:
Pressemitteilung des Lanratsamtes Saalfeld-Rudolstadt