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20.03.2015

Neue Akzente für Erforschung Ritueller Praktiken im Judentum

An der Universität Erfurt entsteht ein neues Research Centre, das sich mit der Dynamik ritueller Praktiken im Judentum beschäftigen wird.

Das Forschungsvorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit über einer Million Euro gefördert und wird über fünf Jahre laufen. Beteiligt sind Religions- und Kulturwissenschaftler, Theologen und Musikwissenschaftler. Antragssteller sind Prof. Dr. Benedikt Kranemann, Prof. Dr. Jörg Rüpke und Prof. Dr. Martin Mulsow von der Universität Erfurt sowie Prof. Dr. Jascha Nemtsov von der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar.

„Das Projekt ermöglicht uns in Erfurt neue Akzentsetzungen für die Untersuchung religiöser Praktiken und eine noch intensivere internationale Vernetzung für Theologie und Religionswissenschaft. Die Bewilligung des Antrags ist für uns außerdem eine Motivation, die religionsbezogene Forschung in Erfurt weiter auszubauen“, erklärt Prof. Kranemann, der zugleich Sprecher des Universitären Schwerpunkts Religion an der Universität Erfurt ist. Die Zusammenarbeit mit Einrichtungen für die Erforschung des Judentums in Deutschland und im Ausland soll ausgebaut werden. Das Projekt wird am Max-Weber-Kolleg in Kooperation mit dem Theologischen Forschungskolleg und dem Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt durchgeführt.

Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland werden Rituale insbesondere in religiös oder kulturell pluralistischen Kontexten untersuchen. Zudem sollen Praxis, Geschichtsschreibung und Deutung solcher Rituale erforscht werden. Im Zentrum werden Liturgien, weitere Rituale wie das Lesen und Lernen religiöser Texte oder der Umgang mit Kalendern stehen. Neben Texten werden insbesondere Riten, Musik, Raum und Bilder in den Blick kommen. Innovativ ist der durchgehende Vergleich mit anderen religiösen Traditionen, mit in der Gesellschaft präsenten Ideen, Gruppen und Institutionen. Die Erfurter Wissenschaftler erwarten sich davon auch neue Erkenntnisse für ihre eigenen Forschungsgebiete. Von einer bereits seit langem in Erfurt betriebenen theologischen und religionswissenschaftlichen Arbeit sollen inhaltliche Schwerpunkte in der Antike, im 17. und 18. Jahrhundert sowie für die Zeit vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart gesetzt werden. Ein Ziel des Projektes ist es, die häufig in der wissenschaftlichen Reflexion auf Religionen marginalisierte rituell-religiöse Praxis stärker ins Zentrum der Forschung zu bringen.

Redaktion, 20. März 2015